Gargonza Arts

Ein Projekt von INTERARTES

Jahrgang 2022

Die fünf Preisträger*innen des Gargonza Arts Award 2022

Digitale Kunst

© Almere Corrosia

Valentina Gal 

Kuratorin: Gaby Wijers

Geboren 1994

Studium Bachelor Base for Experiment, Art & Research von 2014–2017 am ArtEZ Institute of the Arts, Arnhem. Zahlreiche Ausstellungen in den Niederlanden u.a. in Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Enschede und in Deutschland.

Ihre Auseinandersetzung mit der Kunst wird bestimmt von der Fragestellung des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier in einem umfassenden Begriff von Macht und gesellschaftlichen Prozessen. Durch wen werden die Menschen beeinflusst, in welcher Welt von Realität und Virtualität bzw. Hyperrealität befinden sich die Menschen. Diese Hyperrealität ist eine künstlich geschaffene Welt zur Verbesserung der natürlichen Wirklichkeit. Diese Welten sind nicht mehr wirklich voneinander zu unterscheiden.

Mit ihren Installationen vermag Valentina Gal ihre Zuschauer so in eine andere Welt zu versetzen, dass sie sich selbst als Teil dieser Hyperrealität empfinden. Dazu kreiert sie Avatare für Video-Installationen. Sie greift in ihrer Kunst die Probleme auf, die sie aktuell in unserer Gesellschaft sieht, die sich zunehmend in sozialen Netzwerken bewegen. Es finden sich überall überhitzte Diskussionen, die wie eine große Flamme aufleuchten, wesentliche Schäden in der Gesellschaft bewirken und doch ihrer Lügen nicht überführt werden können. Doch alle diese Verhaltensweisen sind im Menschen schon angelegt, der eine leuchtende, aber auch eine dunkle Seite in seinem Leben hat. Das Leben ist ein Balanceakt zwischen diesen Welten.

„Die hellste Flamme wirft den dunkelsten Schatten.“

Website von Valentina Gal

 

Architektur

© courtesy the artist 

Aude Geant 

Kuratorin: Dominique Gauzin-Müller

Geboren 1987, lebt in Saint-Witz, Frankreich

Studium der Architektur von 2005–2010 an der Ecole Nationale Supérieure d’Architecture de Normandie und das Bi-Masterstudium von 2010–2011 am Institut Universitaire de Technologie ST, Havre.

Aude Geant war Gründungsdirektorin des Ensemble pour TECHO in Paris. Die TECHO-Initiative bemüht sich darum, in den Slums und Armenvierteln von Lateinamerika, ausgehend ursprünglich von Chile, gemeinsam mit den in den Slums Lebenden in kurzer Zeit einfache Wohnunterkünfte zu bauen. Sie ist heute selbständig und hat bei zahlreichen weltweiten Architekturprojekten als Projektleiterin sowie als Architektin mitgearbeitet. Sie arbeitet bei dem Architekturbüro G3A Agence d’Architecture.

Darüber hinaus ist sie – weltweit gereist von Indien über Lateinamerika und den USA sowie ebenfalls in den europäischen Ländern – seit mehr als sieben Jahren auch als Übersetzerin in den Sprachen Französisch, Spanisch und Englisch tätig. Architektur ist für Aude Geant eine ganzheitliche Frage in Bezug auf das weltweite gesellschaftliche Wohlergehen im Angesicht des Klimawandels. Deshalb engagiert sie sich bei Frugalité Heureuse et Créative. 

 

Bildende Kunst

© courtesy the artist 

Paul John 

Kurator: Gregor Schneider 

Geboren 1994 in Dachau

Studium der Architektur in Münster mit Anerkennung bester Bachelorarbeiten NRW vom Bund deutscher Architekten (BDA Masters). Seit 2019 Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Studium der Baukunst, sowie Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gregor Schneider.

Von internationalen Hilfsprojekten im Hinblick auf den sozio-kulturellen Raum, bis hin zum musikalisch-akustischen Raum einzelner Soundinstallationen, untersuchen die Arbeiten von Paul John sowohl die Grenzen als auch Feinheiten von Raum und definieren neue Abstraktionsgrade der Medien in der Bildenden Kunst.

 

Komposition


© Matthias Eckel

Aydin Leon Pfeiffer

Kurator: Robert HP Platz

Geboren 1999 in Darmstadt

Studium der Komposition als Jungstudent von 2016 bis 2018 an der Hochschule für Musik München bei Prof. Jan Müller-Wieland, parallel in der Gitarrenklasse von Stefan Schmidt in Friedberg bei Augsburg. Seit 2018 Bachelorstudium an der Hochschule für Musik Würzburg im Fach Komposition bei Prof. Robert HP Platz und im Fach Gitarre bei Prof. Jürgen Ruck. Seine Werke wurden bereits von namhaften Musikern wie den Münchner Philharmonikern, Roberto Fabbricciani und Irvine Arditti aufgeführt. Er gewann zwei Bundespreise bei „Jugend komponiert“ und den zweiten Preis beim „Armin-Knab-Kompositionswettbewerb 2019“. Seit 2018 ist er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Die Titel seines bereits jetzt eindrucksvollen Oeuvres wie „S’mores – Garden of Eden“ oder „S’mores – The World“ zeigen, wie sehr sich Aydin Leon Pfeiffer mit der Welt auseinandersetzt, sie mit seinen Kompositionen zu begreifen versucht.

Website von Aydin Leon Pfeiffer

 

Literatur 

© Suhrkamp Verlag

Deniz Ohde 

Kurator: Navid Kermani

Geboren 1988 in Frankfurt am Main

Studium der Germanistik in Leipzig, wo sie heute auch lebt. Für ihren Debütroman »Streulicht«, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis stand, wurde sie mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem aspekte-Literaturpreis 2020 ausgezeichnet.

Navid Kermani  über Deniz Ohde:

Eine eigene Sprache zu finden ist womöglich das Schwierigste für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Denn die finden sie in keinem anderen Buch, lernen sie an keiner Schreibschule, die eigene Sprache haben sie irgendwo in sich selbst oder haben sie nicht. Deshalb sind manche Romane heute so austauschbar, so unterschiedlich ihre Themen sind. Und deshalb ist das Debüt von Deniz Ohde vom ersten Satz an ein Ereignis. Ausgrenzung, Bildungsungerechtigkeit, Patriarchat, Migration, modernes Prekariat – so oft hat man schon davon gelesen, und dann liest man „Streulicht“, und es ist, als wär’s noch nie erzählt worden, so feinsinnig, so differenziert, bis in die hintersten Winkel der Erfahrung ausgeleuchtet, und wahrhaftig, wie es nur großer Literatur gelingt. Zu Recht hat die junge Frankfurterin, die heute in Leipzig lebt, im vergangenen Jahr praktisch alle Preise erhalten, die für ein Debüt überhaupt möglich sind, und stand mit „Streulicht“ auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Website von Deniz Ohde